A Foodie In Berlin

A Foodie In Berlin
A Foodie In Berlin
© courtesy of foodieinberlin.com

‚A Foodie In Berlin‘ ist mehr als ein Blogname. Der Name ist Programm.

Ich verabredete mich mit Suzan Taher, besagtem ‚Foodie In Berlin‘ am Sonntag zur WeinBerlin 2010. Der Veranstalter hatte mir netterweise 2 Karten geschickt und wir kosteten uns durch renommierte Weinbaugebiete Deutschlands (siehe auch Bericht WeinBerlin 2009). Nach Winzern aus Sachsen und Thüringen habe ich leider vergeblich Ausschau gehalten. Schade, jetzt wo sogar der VDP kürzleich eine Ost-
erweiterung
vorgenommen hat…
Da uns das Gedränge im dbb Forum etwas zu groß wurde und wir drohten heiß zu laufen (was anziehen, wenn’s draußen friert und drinnen schwitzt?), wichen wir nach einer guten Stunde in’s benachbarte Cafe aus und plauderten noch ein Weilchen…

In Kuwait geboren, mit Zwischenstops in Bukarest, Athen, Paris und London lebt Suzan Taher seit Juli mit Ehemann und Tochter in Berlin. Nicht nur cosmopolitisch, sondern auch beruflich gleicht Suzans Lebensweg einem bunten Kaleidoskop. Auszugsweise seien das Studium in Paris, die gegründeten englischen Buchläden, sowie die eigene englischsprachige Zeitung in Rumänien genannt.

Trotz aller erzielten Erfolge, gab Suzan Taher mit ca. 30 ihrem beruflichen Leben eine radikale Wendung, als sie entschied, herauszufinden was sie selbst möchte anstatt dem Lebenskonzept der ihr nahestehenden Menschen zu folgen.
Erster Schritt war die Verwirklichung eines lang gehegten Traumes in Form einer einjährigen Ausbildung an der renommierten Leiths School Of Food And Wine. Um tiefer in die Materie einzutauchen schloss Suzan nach dem Diplom 6 Monate unbezahlte Praktika in den aufregendsten Küchen und Redaktionen Londons an, u.a. bei Ottolenghi , Bibendum, the Providores, BBC magazine Olive und Food & Travel.

Nach endlosen 12-Stunden-Schichten wurde Suzan Taher klar, dass sie – um richtig gut zu werden – mindestens 5 Jahre in Gastroküchen schuften müsse. Sie entschied, einen anderen Weg zu suchen, um neben dem Traum vom eigenen Restaurant vor allem auch den Traum einer eigenen Familie Realität werden zu lassen.
Der Zufall half nach und Suzan entdeckte Melrose & Morgan, einen charmanten sit-in-Laden mit saisonalen britischen Lebensmitteln und Küche. Dieser Ort war ganz nach Suzans Geschmack. Dort arbeitete sie in insgesamt 3 Jahren erst im Service und mauserte sich dann zur rechten Hand der Chefs mit Verantwortung für Catering, Buchhaltung, Neueinstellungen und Online-Präsentation.

Mit der Geburt ihrer Tochter und dem Umzug nach Berlin wurden neue Weichen gestellt. Während Suzans Zeit und Aufmerksamkeit nun ganz ihrer Tochter gehört, bleibt ihr Appetit nach allem Kulinarischem ungebrochen. Jede freie Minute wird für Recherche und Exkursionen genutzt. Suzan erkundet ihre neue Heimat nicht mit dem Stadtführer, sondern mit ihrem Appetit. Regelmäßig werden Restaurants ausprobiert, Geschäfte sondiert, Märkte frequentiert, Unentdecktes ausspioniert…
Ihre kulinarischen Entdeckungen in und um die Hauptstadt hält Suzan in Ihrem Blog ‚A Foodie In Berlin‘ fest. Ihr Blog ist raffiniert geschrieben, meist mit einer Prise Humor versehen, gelegentlich etwas zynisch, immer appetitanregend und stets wunderbar bebildert.

Ich habe Suzan gefragt, woher Sie all das Material für ihre kulinarischen Streifzüge nimmt. Antwort gibt ein kleines Notizbüchlein, das sie stets bei sich trägt und wohinein alle Tipps wandern, die andere Berlin-Besucher und -Ansässige geben. Zudem stöbert Susan gezielt in Berlin-Blogs wie berlinreified, Berlin on a Platter, Slow Travel Berlin und anderen. Außerdem ist sie Fan der Blogs David Lebovitz und Smitten Kitchen, liest kulinarische Kolumnen internationaler und – mit Übersetzungshilfe – Stadt-Magazine.

Suzan Taher ist nicht nur kulinarisch-investigativ unterwegs, sondern nutzt zeitliche Freiräume auch für die Perfektionierung ihrer Koch- und Backkünste. Auch darüber berichtet sie bei ‚A Foodie In Berlin‘. Selbst für’s Deutsch lernen hat Suzan eine Variante gefunden, die zu ihrem Alltag und ihren Interessen passt. Während des Mittagsschlafes ihrer Tochter schaut Suzan Kochshows im deutschen Fernsehen an…

Bewundernswert, was alles geht, wenn die richtige Mischung aus Können, Sympathie, Kreativität, Enthusiasmus und nötigem Kleingeld zusammen kommt. Ich denke, den Namen Suzan Taher sollte man sich einprägen. Da kommt noch mehr…

Suzans Lieblings-Kochbücher:
Bücher von Maggie Beer
Jason Atherton’s Maze
Bücher von Diana Henry
Bücher von Claudia Roden
Bücher von Samuel Clark (Moro)

Ihr liebstes Backbuch derzeit:
The Art & Soul Of Baking

veröffentlicht am: 30.11.2010

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1 Kommentar(e)

  • Was manche Menschen so alles in ihr Leben reinpacken, oft find ich das zuviel für nur Einen. Schön, wer so auf der Überholspur langjagen kann, aber ob das gesund ist?
    Vor allem, wo es doch hier ums Kochen und Geniessen geht, sollte man sich ab und zu ein wenig Zeit nehmen – ich bin ja schon vom Lesen des Artikels ganz ausser Atem.

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