Foodbloggerverschwörung

Als ich an unserem 8. Hochzeitstag einen harmlosen Frusttweet bei Twitter absetzte, ahnte ich nicht, welch weit reichende Konsequenzen dies haben würde…

Zuersteinmal sei gesagt, dass der damalige Frust in keinem Zusammenhang mit unserer Ehe oder deren Jubiläum stand…
Ich war (insbesondere nach mehreren Wochen Kampf mit 2 Buchhaltungen und Steuerpapieren) lediglich ausgelaugt und wegen fehlender Ausgeh-Optionen am Hochzeitstag temporär über unser selbst-hineinmanövriertes Schmalspurdasein gefrustet.
[zur Erklärung: Mein Herr Schatz und ich hatten vor 3 Jahren eine Seele und Existenz erschütternde Situation als Chance ergriffen und begonnen, mit eigenen Projekten unsere angeschlagenen Seelen und Egos zu therapieren, sowie Grundsteine für beruflichen Neuanfang zu legen. Diese Aufbauarbeit (mit immer noch ungewissem Ausgang) bedingt ein gewisses Maß an Erschöpfung, finanzieller Einschränkung und gelegentlich auch Kummer…]

Wie auch immer. Düstere Momente kommen und gehen… Dieser sollte mir allerdings noch lange in Erinnerung bleiben, denn ihr, meine lieben Bloggerfreunde, habt ihn vergoldet. 🙂

Am 29. Mai klingelte bester Holsteinischer Spargel und Schinken an unserer Tür und von da an fast täglich der freundliche DHL-Mann…
Der Spargel hatte sich zum Glück zuvor angemeldet, so dass ich den beiden Überbringern mit einem Stück Rhabarber-Baiserkuchen danken konnte, bevor sie ihre Reise fortsetzten.

Mit den Schlag auf Schlag eintreffenden Päckchen kamen feinste Leckereien und jede Menge Schmöker in’s Haus. Alle begleitet von lieben Grüßen und Wünschen aus der Food-Blogosphäre.

Ich war von den Socken! Wildfremde Menschen, machten sich Mühe und Kosten, um mir eine Freude zu bereiten. Sogar aus Österreich erreichte uns Post…
Nur 3 1/2* der 11 Bloggerinnen, die mich auf diese Weise beschenkten, hatte ich zuvor persönlich kennen gelernt. Andere kannten mich einigermaßen gut, da wir uns auf Twitter und Facebook austauschen, aber einige der guten Feen kennen mich maximal durch lesen von multikulinarisches oder den gelegentlichen Kommentar unter ihren Blogartikeln. Unglaublich!

Den Juni hindurch bis in den Juli hinein ging das so. Eine regelrechte Verschwörung, initiiert und konzertiert von einem alten Hasen der Foodbloggerszene….
Mein Herr Schatz und Mittagskocher und ich kamen in den Genuss (großteils selbst gemachter) Marmeladen, Gewürzmischungen, eingelegter Zucchinis, Senfvariationen, feinster Schokoladen & Kekse, Pasta, Oliven-Tapenade, Chutneys, Haselnussöl, Ahornsirup, Pistazien, Meerettich, Schrimpspaste, 2er Kochbücher, kulinarischer Romane, duftenden Badeöls, schnuckeliger Küchengeschenk-Verpackungs-Accessoires und sogar einer Flasche feinen Weins (mit der Aufforderung, diesen bei Sommerwetter mit meinem Herrn Schatz zu genießen) und jeder Menge Krimis. Wahnsinn!

Letztere verrieten mir auch, wer diese Verschwörung angezettelt haben musste. Petra vom Blog Foodfreak, die mich schon einmal mit einer Lieferung Badewannen-Krimis überraschte und so ziemlich die einzige Online-Freundin ist, die von meinen feucht-fröhlichen Lesegewohnheiten und belletristischen Vorlieben wusste.

Ich war und bin sprachlos.
Eure Aufmerksam- und Köstlichkeiten haben mich in schwieriger Zeit total ermutigt, riesig gefreut (was erklärtes Ziel der Aktion war) und auch ein klein wenig beschämt. Ist doch verrückt, ohne allzu große Not, dermaßen mit Güte überschüttet zu werden…
Vor allem hat mich diese Foodblogger-Verschwörung zu meinen Gunsten aber unheimlich stolz gemacht, Teil dieser wunderbaren Truppe, die sich ‚Foodblogger‘ nennt, sein zu dürfen.

Konkret habe ich 3 Petras, 2 Katharinas, 1 Nathalie, 1 Ulrike, 1 Tina, 1 Susa, 1 Nicky und 1 Shermin zu danken. Die Namen stehen für folgende Blogs:

Brot und Rosen
Chili & Ciabatta
Cucina Casalinga
deliciousdays
Esskultur
Foodfreak
Foodina
Küchenlatein
Monambelles
Valentinas Kochbuch
Shermins magischer Kessel

Auch bei allen nicht genannten Foodbloggern möchte ich mich für Wohlwollen, jegliche Unterstützung und Ermutigung der letzten Jahre bedanken. Ihr rockt!

Immer wenn ich eine Eurer Gaben zur Hand nehme oder zum Mund führe, muss ich lächelnd an diese verrückte Aktion denken… Vielen, vielen Dank Euch allen, und ganz besonders Dir, liebe Petra H., für diese herzerwärmende Idee!

*) Falls ihr Euch fragt, was es mit der halben Bloggerin auf sich hat. Dieser bin ich offensichtlich schon begegenet, weiß aber nichts mehr davon… 😉

veröffentlicht am: 29.07.2011

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