Martinello

Prosecco Rosé Brut von Sergio Del Casale im Berliner Martinello
© Marco Aurelio

Zur Zeit begleite ich als unabhängige Bloggerin die Trattoria-Tour der Marke Bertolli.

Aus über 2000 Einreichungen von Lieblings-Italienern wurden, auf ganz Deutschland verteilt, 10 Trattorien ausgewählt, die wir mit dem Trattoria-Mobil anfahren und gemeinsam mit Gästen und Bloggern vor Ort testen.

Station #3 war für mich ein Heimspiel, da in Berlin. Allerdings kannte ich das besuchte Lokal weder aus eigener Erfahrung, noch aus dem kulinarischen Buschfunk.

Um so gespannter war ich auf das Martinello, eine winzige italienische Trattoria in Kreuzberg.
Laut Wikipedia ist eine Trattoria „ein kleines italienisches Speiselokal, in dem einfache Speisen zubereitet und angeboten werden. Die Atmosphäre ist familiär und unterscheidet sich somit von der eines Restaurants. Trattorien sind typisch für den ländlichen Raum Italiens. In den Städten gibt es Trattorien, die oft nur ein einfaches Gericht (oder eine geringe Auswahl) für die Mittagspause anbieten und abends geschlossen bleiben. Es gibt allerdings auch sehr gute und teure Trattorien, die sich letztlich nur durch eine etwas familiärere Atmosphäre von einem Restaurant unterscheiden. In Italien gibt es in einer Trattoria meist keine Pizza“.

Das Martinello kommt diesen Kriterien sehr nahe. Authentische, einfache italienische Gerichte (bis auf die Carbonara, die der Deutsche im Allgemeinen mit Sahne bevorzugt; auf Wunsch aber auch originalgetreu), familiäre Atmosphäre und faire Preise.
Claudia vom Blog Holy Fruit Salad, die gemeinsam mit Jan-Peter Wulff (nomy-Blog) unser Tischgast war, hat die Essens-und Stimmungslage in ihrem Blog sehr schön beschrieben.

Angelo + Martina = Martinello
© Marco Aurelio

Angelo, der früher das bekannte Puccini in Charlottenburg betrieben hatte, ist im Martinello mit seiner Frau Martina eine kulinarische und namentliche Liaison eingegangen. Martina + Angelo = Martinello.
Die Beiden kümmern sich herzlich um ihre Gästeschar, was den Laden auszeichnet. Man kennt sich, grüßt Mann und Maus (bzw. Katze/Hund) mit Vornamen und nimmt sich – wenn es der Betrieb zulässt – gern Zeit für einen Plausch.

In handtuchgroßer Küche kocht und brutzelt Angelo seine Risottos, Soßen und einen Traum von Panna cotta.
Für eigene Pasta ist die Küche definitiv zu klein. Diese wird ganz frisch und in super Qualität eingekauft. Ich hatte die Ravioli in Salbeibutter probiert und war entzückt…

Auch das zu den Antipasti gereichte Brot war klasse. Interessanterweise stammt es von einem darauf spezialisierten indischen Bäcker, der italienische Lokale und hochpreisige Gastronomie beliefert.

Als Antipasti gab es sehr feines Grillgemüse, Vitello Tonnato (nicht ganz so butterzart wie bei #2, aber heh), köstliche Bruschetta, faszinierende Oliven und Kapernfrüchte, sowie frischen, zarten Staudensellerie mit Martinas Dip aus Schafkäse und Sesam. Wunderbar!

Salumeria & Trattoria Martinello
© Marco Aurelio

Als Aperitif hatte Marco, charmanter Student des Medianmanagements und Trattoria-Tour-Bertolli-Abgesandter, einen prickelnden Prosseco Rosé Brut für uns bestellt. Eine sehr gute Wahl! Der Prosecco stammte, wie alle im Martinello erhältlichen Weine, vom befreundeten Winzer Sergio Del Casale aus Italien.

Das Martinello beherbergt neben dem gut bestückten Weinregal, 2 weitere Regale mit bester italienischer Pasta und Feinkost der Marken Orti del Rinascimento, D’Allesandro, L’Alberto dei Golosi, Delverde, Cav. Guiseppe Cocco. Auch Mutti-Dosentomaten bekommt man hier.
Zudem quetscht sich noch ein Reagl mit aufmontierten Aceto Balsamico-Varianten und eine gut bestückte Frisch-Theke mit italienischen Wurst- und Käseklassikern, sowie grandiosen Oliven in den winzigen Gastraum.
Im Winter, wenn die Eistheke Pause hat, passen sogar auch noch ganze 16 Personen in’s Martinello.

Im Sommer ergießt sich die Trattoria auf’s Trattoire, wo in relativer Ruhe und im Schatten der Bäume geruhsam geschlemmt werden kann.

Bei voller Besetzung kann es allerdings passieren (so bei meinem 2. Besuch an einem sonnigen Augustsonntag-Mittag) dass die Servierkraft mit der Menge an Bestellungen bzw. Sonderwünschen etwas überfordert ist und auch Angelo in Verzug gerät.
Dann hilft nur, auch innerlich auf italienisch-Modus umzuschalten, bei Espresso oder Prosecco zu entspannen, Zeitung zu lesen oder Passanten zu beobachten, während man sich auf das Essen freut, welches früher oder später lecker aus Angelos Mini-Küche kommen wird.

Salumeria & Trattoria Martinello

Martinello
Reichenberger Straße 115
Berlin
Berlin

Öffnungszeiten:
Mo – Sa: 10:00 – 22:00
So: 11:00 – 22:00

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Martinello nicht zum letzten Mal besucht habe. Ein kleiner, freundlicher Heimathafen, nicht nur für Italiener…

veröffentlicht am: 21.08.2012

Ähnliche Beiträge

4 Kommentar(e)

  • Liebe Peggy auch Dir vielen Dank für deinen tollen Bericht.
    Das der Service nicht ganz so toll war wie bei euch am Samstag tut mir / uns leid, wir geben immer unser bestes, aber leider steckt man nicht drin in seinen Angestellten… Wir arbeiten dran, – aber wie so viele andere Gastro-Betriebe in Berlin finden wir nur schwer Personal 🙁
    und Angelo’s Küche sind auch Grenzen gesetzt… Vor allen Dingen wenn fast alle zur gleichen Zeit kommen…
    Wir bräuchten einfach ein bischen mehr Platz. Aber auch da sind wir dran!

kommentieren oder antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiere, dass meine email-Adresse zwecks Spamvermeidung verarbeitet und gespeichert, aber nicht angezeigt, nicht für Werbung genutzt und auch nicht an Dritte weiter gegeben wird.