Montagskrümel

Montagskrümel
Creative Commons License flickr.com/Jakob

Dieser Montag ist speziell. Es fehlt ein Stück Boden unter den Füßen. (siehe Weißer Rauch).

Zum Glück bieten Blog, Kühlschrank und Herd genug Abwechslung, um das Loch zu überbrücken und emotional nicht hinein zu fallen. Außerdem fragt Nata nach den kulinarischen Hinterlassenschaften vom Wochenende, Montagskrümeln ebend…
Dafür hat sie 5 Montagskrümel-Fragen gestellt, die ich ihr gern beantworte.

1. Der Geschmack vom Wochenende?

Das Wochenende hat nach Natur geschmeckt. Es kamen Giersch, grüne Walnüsse und Taubnesseln darin vor. Ein bunter Sommerwiesenstrauß ebenfalls, aber nur für’s Auge…
Aus Giersch habe ich nussiges Freestyle-Curry mit Kokosmilch und roten Linsen gekocht.
Die grünen Walnüsse habe ich zu weißen Walnüssen transformiert, die hoffenlich nicht schwarz werden. Zum Geschmack kann ich noch nichts sagen, da sie mindestens 4 Monate Geduld abverlangen.
Und die etwas bitteren Taubnesselblättchen waren zusammen mit ihren lieblich schmeckenden Blüten – wie im Buch ‚So schmecken Wildpflanzen‘ angeregt – Teil des Suds, in dem ich gestern Forelle pochiert hatte.

Forellenfilet pochiert
© Wildkraut & Wanderschuh

2. Und die Reste?

Außer schwarzen Fingern (vom Schälen der grünen Nüsse) und einer hühnereigroßen Beule an der Stirn, die mir ein Insekt beim Giersch pflücken verabreicht haben muss, blieben eine TK-Tüte voll gehackten Gierschs (roh) und mehrere kleine Polenta-Karottenknödel übrig.

Ansonsten habe ich alles, was sich irgendwie aufbrauchen ließ aufgebraucht. Für den Taubnesselsud zum Pochieren der Forelle habe ich beispielsweise den vanillig-süß-säuerlichen Flüssigkeitsrest vom Einkochen der Walnüsse zu Grunde gelegt.

Selbst einen trockenen Kanten Mischbrots konnte ich sinnstiftend vor dem Gammeltod bewahren, indem ich ihn zerhackt und die Brösel in der Pfanne geröstet und unter die Knödelmasse gemengt habe. Die Idee stammt nicht von mir, sondern indirekt aus dem Knödelbuch von Ingrid Pernkopf. Bei ihr werden zu weich geratene Knödelteige häufig mit Semmelbröseln angereichert.

weisse Walnuesse und schwarze Finger
© Wildkraut & Wanderschuh

3. Was kannst Du weiter verwenden?

Die Polentaknödel und den vorübergehend eingefrorenen Giersch kann ich weiter verwenden und sogar kombinieren. Vermutlich wandert nachher Beides in eine Art Gratin. Oder ich brate die Knödelchen in Scheiben geschnitten auf und das Grünzeug gibts dazu. Mal sehen…

Giersch und Polenta-Karottenknödel
© Wildkraut & Wanderschuh

4. Was muss entsorgt werden?

Nix. Na gut, paar zu viel gepflückte Zweige Taubnessel und etwas vom Giersch bleiben über. Ist zu verschmerzen, da eh Wildwuchs…

5. Wonach schmeckt die nächste Woche?

Kann ich nicht sagen. Wenn es endlich wieder warm wird, bereite ich wohl den Melonensalat zu für den ich schon eingekauft hatte. Und der Chicoree aus’m Kühlschrank muss auch irgendwie…
Meist gehe ich unvorbereitet einkaufen. Je nachdem, was Ede K. so da hat und was das Budget hergibt. Das Kochen in der Woche fällt zu 90% dem Mittagskocher zu. Da lasse ich mich gern überraschen…

Danke liebe Nata für die Anregung zum Montagskrümeln. Hat Spaß gemacht!

veröffentlicht am: 01.07.2013

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3 Kommentar(e)

  • Oje, wenn die Bodenhaftung fehlt, gerät die Welt aus den Fugen. Ich kann Dir nachfühlen. Gut, dass es so was wie Zeit gibt: Zeit zum ausharren, Zeit zum nachdenken, Zeit, um wieder Fuss zu fassen. Aber auch Zeit, um sich mit andern Dingen zu beschäftigen, Zeit, um abzuschliessen und Zeit, um sich neu zu orientieren.
    Schöne Montagskrümel zeigst Du da. Als Wildkräuterfan gefällt mir natürlich der Strauss besonders gut!

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