NextOrganic

Ein Termin, auf den man sich getrost einige Monate im Voraus freuen darf, ist die NextOrganic, eine Fachbesuchermesse für ökologisch korrekte Köstlichkeiten.

Pilze auf der NextOrganic
Foto: Claudia Zaltenbach

Die Messe fand zum zweiten Mal im eindrucksvollen Tempelhofer Flughafengebäude statt. Das ist der Flughafen mit ohne Flugbetrieb. Nein, nicht der, der nie fertig wird, sondern der andere, innerstädtische und planmäßig Stillgelegte. Dessen riesige Freifläche ist zum Lieblings-Tummelplatz der Berliner geworden und soll als solche komplett erhalten bleiben. Darum.
Und überhaupt. Stehen, da erst einmal Wohnungen, ist bald Schluss mit Lustig. Kennen wir ja zur Genüge … Stimmst Du Sonntag also mit JA für 100% Tempelhofer Feld (Volksinitiative) und mit NEIN zum Senatsplan. Weißte bescheid. 🙂

Entschuldigt den kurzen Exkurs, aber Umwege gab’s auch bei der Hinfahrt wegen des Radrennens (hätten die auf den Anzeigetafeln an der Autobahn nicht mal einen Hinweis einblenden können???).
Meinetwegen vom Originalkurs (Stadtautobahn) abgewichen, kam mein Herr Schatz und Mittagskocher (und Chauffeur) selber nie an’s Ziel, sondern nach stundenlangem Umherirren mega-frustriert nach Hause. Zum Glück hatte ich einige bunte NextOrganic-Mitbringsel dabei, die ihm den verhagelten Tag aufhellten: frisch gepresstes Leinöl vom Ölwerk, Hummus, Parmesan von weißen Kühen von Taste & Stories, sowie schwarzen Reis von Reishunger.

Apropos schwarz. Anfangs sah ich schwarz, bzw. nur grün. Erwartungs- und Trendgemäß drehten sich viele Angebote auf der NextOrganic um vegane, Roh- und glutenfreie Kost. Auch die omni-präsenten Smoothies durften nicht fehlen (logisch grün und gesund). Warum man köstliches Obst und Gemüse zu einem undefinierbaren Drink des Grauens mischt, wird sich mir wohl nie erschließen. Auch nicht der Hype um Functional Food. Mir reicht es völlig, wenn ein Tee schmeckt und nicht explizit mein Inneres ausbalanciert, Radikale jagt oder sonstwie rumturnt.

Hinter der am Eingang postierten Rohkost- und Körner-Fraktion wurde das Angebot wesentlich bunter und (für meinen Geschmack) erfreulicher. Dicht an dicht standen Händler aus allen Regionen Deutschlands und darüber hinaus. Es gab Salze, Pilze, gutes Brot, Sprossen, Pesto, Käse, Säfte, handwerkliche Biersorten, frisch gepresste Öle, Eiscrem, Schokolade, Spirituosen, Tees (mit und ohne ihr wisst schon), Kakaobohnen, Safran-Produkte, Reis, Kaffee, Gewürze, Mandeln, Senf, Rosenlikör und richtig geile Wurst.

Wurst auf der NextOrganic 2014
Wenig, aber super. Wurst auf der NextOrganic 2014
Foto: Claudia Zaltenbach

Die glutenfreien Kekse von Generous gefielen vor allem wegen der goldigen Illustrationen und Namen. Auch die vielfältigen Pesto-Varianten vom Pesto-Dealer. Schwer, sich da für ein Lieblingspesto zu entscheiden.
Weil wir grad von Pesto reden. Zum ersten Mal habe ich ein Pesto aus Pilzen gekostet. Das Stendaler Ehepaar von Bioedelpilze Almark ist in Zucht und Verarbeitung diversester Pilzsorten reichlich experimentierfreudig. Besonders von der Pilz-Aioli hätte ich gern ein Gläschen nach Hause getragen.
Was ich zuvor auch noch nie gesehen hatte, waren reinsortige Apfelsäfte. Die Apfelmanufaktur & Lohnmosterei Linumer Landhof waren mit einer ganzen Palette Apfelsäfte, darunter viele alte Sorten, auf der NextOrganic.
Und wer so gar nicht weiß, was er gerne mag, probiert Try Foods. Die liefern Pröbchen verschiedener Spezialitäten, damit man in Ruhe von zu Hause aus Geschmack bilden und Lieblinge identifizieren kann.

Ebenfalls spannend waren die Stände mit den abbaubaren Snack-Verpackungen und die umwelt- und sozialverträglichen soulbottles.
Außerdem habe ich das Gefühl, trotz Umher-Browsens und Blogger-Führung dennoch nur die Hälfte an Entdeckenswertem wahrgenommen zu haben. Das haben Messen aber wohl generell so an sich.

Nachdem man sich auf der unteren Ebene durch das bunte Angebot von Manufakturen, Landgütern und Händlern gekostet hat, sprich ein Sammelsurium von Smoothies, Müsli, Brot, Säften, Knabberzeugs, Öl, Cidre, Pesto, Salz, Tee, Kaffe, Kakobohnen und Schokolade intus hatte, konnte man Magen und Galle im Wein-Verkostungsbereich auf der Galerie in’s Lot bringen oder den Rest geben. Je nachdem.

Etwas anstrengend, aber informativ war die für uns zahlreich erschienenen Blogger organisierte Führung über die Messe. Wir kosteten sagenhaft gute Wurst von der Waterkant (Landwert GmbH), welche ohne Zusatz von Haltbarmachern auskommt, denn das Fleisch wird sofort nach der Schlachtung verarbeitet und auf natürliche Weise konserviert. Bei Teatox bestaunten wir Weiße Schokolade mit Matcha, erfuhren bei Reishunger von deren auf 22 Reissorten angewachsenem Sortiment, erschmeckten am Stand von Original Beans den Unterschied, den verschieden Kakaosorten in Schokolade ausmachen, schlürften Champagner-Bier vom österreichischen Brauhaus Gusswerk, sowie autochtone Weine aus Serbien und genossen den ersten seit 2 Jahrzehnten wieder in Deutschland hergestellten Wermut, namens Belsazar.

Belsazar Vermouth und Pesto vom Pesto-Dealer
Belsazar Vermouth und Pesto-Träumchen vom Pesto-Dealer
Foto: Claudia Zaltenbach

Letztendlich war die Messe auch eine feine Gelegenheit, Bloggerkontakte aufzufrischen und einige neue zu knüpfen. Vllt. hätten wir uns alle schon eine halbe Stunde vorab zum Kennen lernen im Presseraum verabreden sollen. Die Hälfte der anwesenden Blogger ist so leider komplett an mir vorüber gegangen. Schade eigentlich …

Berichte in anderen Blogs:
Kleiner Kuriositätenladen
dental food

veröffentlicht am: 23.05.2014

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