Getestet: Magazin Le Schicken

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Le Schicken Gourmetmagazin
© courtesy to Le Schicken

Als ich bei Internet-recherchen erstmals auf die Website von Le Schicken stieß, konnte ich mir unter dem dort propagierten Heft nicht so recht was vorstellen.

Trotz unkonventio-neller und recht spartanischer Selbstdarstellung ließ das kulinarische Magazin allerdings hochkarätigen Inhalt vermuten. Sowohl die optischen Aufmacher, als auch die veröffentlichten Fotos und Schlagzeilen machten neugierig auf die jeweils interviewten Persönlichkeiten, die Macher, sowie das Heft selbst…
Das erste Le Schicken-Magazin wurde übrigens vor einem Jahr, im Mai 08 vom Stapel gelassen.

Nun darf ich Le Schicken Ausgabe Numero 4 mein Eigen nennen.
Mein erster Eindruck: Herr Lafer vor mittelalterlicher Burg mit glänzendem Lächeln auf Hochglanz in quer. Jo mei!

Man mag das Magazin nicht nur anschauen und lesen, sondern auch streicheln, fühlt es sich doch so unverschämt gut an. Durch die Papierwahl bekommt Le Schicken die Anmutung eines Luxusgutes a la Foto-Kunst-Kalender oder ähnlichem.

Ebenso ungewöhnlich wie das Format des Heftes (20 * 25 cm), kommen auch die verwendeten Schriften und Illustrationen daher. Teilweise erinnern Letztere an zeichnerische Ergüsse, wie man Sie gelegentlich in der Oberstufe neben unlösbaren Matheaufgaben auf kariertem Papier findet.
In Kombination mit dem teilweise auch eher ungewöhnlichen Bildmaterial (beispielsweise Ralf Zacherl in Kuh-Kostüm vor Graffiti-Wand oder Kolja Kleeberg inmitten seiner Cowboystiefelsammlung) ergibt sich ein stimmiges, aber schwer einzuordnendes Image.

Vielleicht gewinnt das Bild an Schärfe, wenn es nun an’s Inhaltliche geht…
Le Schicken ist ein Bilder- und Leseheft. Es gibt zwar in Verbindung mit den Interviews jeweils spannende Rezepte aus der Feder der vorgestellten Personen, doch dies – auch von der gestalterischen Anordnung her – eindeutig periphär.

Das Hauptaugenmerk liegt bei Le Schicken nicht auf den allerneuesten Trends in Punkto Kochen und Speisen, sondern stellt vielmehr die Menschen hinter den Töpfen oder Weinfässern in den Mittelpunkt des Interesses.

Im vorliegenden Heft Le Schicken #4 waren insbesondere die ‚Superstars‘, sprich einige aus dem Fernsehen bekannte Köche Thema und Interviewpartner, als da wären: Mario Kotaska, Johann Lafer, Ralf Zacherl und Kolja Kleeberg.
Zudem standen u.a. die Winzerin Julia Keller, sowie – als internationale Food-Größen – Andoni Aduriz und Ruth Reichl Rede und Antwort.

Gerade bei den durch das Fernsehen allseits bekannten Gesichtern, werden diese oftmals auf Ihr Fernsehkoch-Dasein reduziert, ohne dass man die geringste Ahnung hat, wo kam dieser Mensch her, wo will er (oder Sie) noch hin?
Aus diesem Grund fand ich die Interviews absolut spannend. Bestätigt hat sich beim Lesen der Interviews der Verdacht, dass Vitamin B in der Gastronomie eine essentielle Rolle spielt. Aber halt nicht nur. Ohne Durchhaltewillen, den Mut zum Risiko, eigene Kreativität und vor allem Talent hätte es wohl keiner von Ihnen so weit gebracht, wie sie es geschafft haben. Erschreckend war für mich die Tatsache, dass fast jeder der Kandidaten mindestens eine Geschäftspleite wegstecken und wieder ganz von vorn anfangen musste. Hut ab!

Neben aller Prominenz gibt es im aktuellen Le Schicken in der Rubrik ‚Kaffeeklatsch‘ noch ein spritziges Interview mit den Frauen bekannter Gastronomen, ein kulinarisches Kurzporträt des Schauspielers Boris Aljinovic (‚9 Fragen an …‘), sowie einen Olivenöl und Kreta liebenden Dietmar Burmeister-Horvath (‚Der Mann und die alten Bäume‘). Dazu noch eine Foto- und Rezeptserie von Dirk Biedermann plus weiteren kulinarischen Lese- und Film-Empfehlungen. Und das Alles für ganze 5 Euro…

v.li n. re.: Philip Weigand- Chefredaktion, Jason Kassab- Bachi Art Direktion, Florian Bolk- Fotografie
© courtesy Le Schicken

Wer hat nun eigentlich dieses spannende Heft fabriziert?
Das waren die Herren Philip Weigand (Chefredakeur und ehemaliger Mitarbeiter der Berliner Zeitung), Jason Kassab- Bachi (Art Director und Grafiker mit Büro in Berlin) und Florian Bolk (Fotograf, davon 12 Jahre beim ‚Feinschmecker‘- Magazin). Dazu nehme man noch eine Hand voll kommunikativer Food- und Weinredakteure (wie den schon hier im Blog vorgestellten Martin Barz, der die Winzerin Julia Keller interviewte und in der Rubrik ‚Probiert – und voll drauf abgefahren‘ spannende Weine vorstellt), die dank interessanter Fragestellungen Verstecktes, Verstaubtes, Kurioses und Überraschendes in’s Rampenlicht holen.

Im September erscheint die nächste Ausgabe Le Schicken unter dem Motto ‚ethisch essen‘. Da das Magazin noch sehr jung ist, ist es noch nicht durchgängig im Zeitschriftenhandel erhältlich. Hefte können aber gerne online unter www.le-schicken.de geordert werden. Oder per Mail an info@le-schicken.de.
Abos sind ebenfalls möglich. Diese werden nach erscheinen der Ausgabe bedient, mit Rechnung anbei. Es kann jederzeit abbestellt werden…

Also ran an’s Heft!

veröffentlicht am: 04.08.2009

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