Quitten-Tarte

Bevor der Herbst endgültig die kalt gewordenen Füße einzieht, habe ich mit aufzubrauchenden Quitten ein Quentchen davon konserviert.

Quitten-Tarte
Quitten-Tarte
© Wildkraut & Wanderschuh

Zwei große Quitten lagen einsam und überraschend bei Ede K. rum. Die einzigen meilenweit. Ich war erfreut und habe einen Quitten-Anteil über die Cannelloni mit Sellerie-Essakastanien-Füllung gehobelt.

Die anderthalb Verbliebenen habe ich zu einer kleinen Quitten-Tarte verbacken und am Nachmittag zu unserem Ex-Nachbarn und Freund T. mitgenommen. Zentrale Rolle spielte eine einzelne Cranberry.

Diese Tarte hatte ich schon zweimal nach der Vorlage von Rosa gebacken. Statt der Springform habe ich dieses Mal die kleine Auflaufform gewählt. Ich hatte ja nur anderthalb Quitten zur Verfügung. Genau richtig für den Nachmittagskaffee zu dritt. Ich gebe die Mengen im Rezept für eine Springform mit 26 cm Durchmesser an. Wer, wie ich, eine kleinere Form wählt reduziert die Mengen um ein Viertel.

Da die Zeit knapp bemessen war, griff ich auf den gerne verwendeten (aber gewöhnungsbedürftigen) Mürbeteig nach D.L. nach P.C. zurück. Ich habe für die kleinere Form ca. ¾ der Teigmenge verwendet. Das Original-Rezept passt für eine 26er-Springform. Selbstverständlich kann man der Tarte auch einen klassisch zubereiteten Mürbeteig zugrunde legen.

Rezept

Quitten-Tarte

Ein herbstlicher, nicht zu süßer Kuchen mit Mürbeteig und Quitten. Dank Karamell und lieblicher Optik hat er das Zeug zum Herbst-Lieblingskuchen.

Quelle: Teig: Blog David Lebovitz, Füllung: Blog Schnuppensuppe
Zubereitungszeit:1 h

Zutaten (für Tarteform Ø 26 cm):

Boden:
1 Vanilleschote
135 g Butter (in Stücken)
1,5 EL geschmacksneutrales Pflanzenöl (ich: Rapsöl)
4,5 EL Wasser
1,5 EL Zucker
1 Prise Salz
225 g Mehl (Typ 405)

Belag:
2 – 3 große Quitten (oder 4 – 5 kleine)
1 Cranberry
100 g Butter
80 g Zucker
100 ml Sahne (ich: Kaffeesahne)
3 Eier (davon 1 Eigelb)

Zubereitung:

Den Backofen auf 210 °C vorheizen.
Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark heruas kratzen.

In ein hitzebeständigen Gefäß, welches man nicht aus Versehen ohne Topflappen anfassen sollte, Butterstückchen, Öl, Wasser, Zucker, Salz und Vanillemark geben. Im Backofen 15 Minuten lang erhitzen, bis die Butter blubbert und beginnt, sich am Rand bräunlich einzufärben.
Das Gefäß herausnehmen (Achtung sehr heiß!) und Mehl dazugeben. Schnell verrühren, bis die Masse einen Klumpen bildet. Den Teigklumpen in die Backform geben und etwas breit ziehen.

Wenn der Teig leicht abgekühlt ist, den Teig mit dem Handballen verteilen und andrücken. Der Boden soll vollständig bedeckt sein. Bei einer Spring- oder klassischen Tarteform einen ca. 2 cm hohen Rand bilden. In der Keramikform kann darauf verzichtet werden.
Es empfielt sich, ein Beeren-großes Stück Teig übrig zu behalten, um nach dem Backen aufgetretene Risse zu stopfen. Den Boden vielfach mit der Gabel einstechen und 15 Minuten backen, bis er goldgelb wird (nicht erschrecken, er wabert etwas).

Die Quitten schälen und halbieren. Sind sie sehr hart, mit der flachen Seite nach unten in dünne Scheiben schneiden und anschließend die Kerngehäuse mit einem spitzen Messer heraus schneiden. Sind die Quitten nicht gar so hart, dann vierteln und Kerngehäuse wie bei einem Apfel heraus schneiden. Anschließend in dünne Scheiben schneiden.

In einem weiten Topf den Zucker erhitzen. Wenn er flüssig und hellbraun ist, die Butter unterrühren. In diesem Karamell die Quittenscheiben 5 bis 7 Minuten bei geringer Hitze schmoren. Sie sollten sich mit einer Gabel einstechen lassen. Vorsichtig umrühren, damit auch alle Stücken karamelisiert werden.
Anschließend die Quittenscheiben mit einer Schaumkelle herausnehmen und von außen nach innen, leicht geneigt und überlappend, auf dem Tarteboden drapieren. In der Mitte eine Cranberry platzieren.

Das Butterkaramell aufkochen und die Sahne einrühren. Von der Kochplatte nehmen. Im Falle von Klümpchen, durch ein Sieb gießen. Die beiden Eier und das Eigelb zugeben und verquirlen. Soviel von dem Butterkaramell gleichmäßig über den Quitten verteilen bis die Zwischenräume gefüllt sind, das Obst aber noch heraus schaut.

Die Tarte bei 200°C auf der 2. Schiene von unten in 25-30 Minuten fertig backen.

ein Muss im Herbst …

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2 Kommentar(e)

  • Hallo, an alle,

    die Quitten-Tarte habe ich gestern gemacht, genau nach Anleitung, aber ich muss dafür eine 5 geben! Sie schmeckt überhaupt nicht gut, ölig, und die Quitten sind nach Anleitung zu kurz in dem Karamell gekocht, sie sind nicht ganz durch.
    Auch die Anleitung von Dir, die Quitten in Scheiben zu schneiden, ist sehr knapp ausgefallen und ich hätte mir dazu noch ein paar Tips gewünscht. Quitten sind meistens sehr hart.

    Es gibt sehr viele richtig gute und einfache Mürbeteigboden-Rezepte, die man anstelle dieses Rezeptes alternativ wählen sollte.

    • Liebe Heike,

      vielen Dank für dein Feedback! Es tut mir leid, dass die Tarte für dich eine Enttäuschung war.

      Ich hatte den Mürbeteig nach der Empfehlung eines bekannten Patisseurs nachgemacht, der ihn wiederum bei einer Tarte-Vielbäckerin in Frankreich abgeschaut hatte. Die zwei, drei Mal, die ich diesen Mürbeteig bei verschiedenen Kuchen im Einsatz hatte, gab es keinen Grund zur Beanstandung. Natürlich hast du recht, dass man aber auch klassische Mürbeteigrezepte verwenden kann. Ich habe das im Einleitungstext ergänzt.

      Was das Schneiden der Quitten in dünne Scheiben angeht, ist das m.E.n. bereits recht ausführlich beschrieben. Auch wie das mit sehr harten Exemplaren gut funktioniert.

      Die Kochzeit der Quitten habe ich sicherheitshalber im Rezept um 2 Minuten erhöht, auch wenn wir mit der beschriebenen Variante (nach einem Rezept einer anderen Bloggerin) mehrmals gute Ergebnisse auf dem teller hatten. Sicherlich hängt das auch von den Früchten ab. Ich habe einen netsprechenden passus im Rezept ergänzt. Danke nochmal für die Hinweise und

      liebe Grüße
      Peggy

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