Tagesspiegel – Trendfrühstück

Die Einladung zum Tagesspiegel – Trendfrühstück habe ich gern angenommen, auch wenn ich den Wecker dafür sehr früh stellen musste.

Tagesspiegel – Trendfrühstück
Foto: Kai-Uwe Heinrich, Tagesspiegel

Das Trendfrühstück wurde vom Tagesspiegel im Oktober in’s Leben gerufen. Bei einem gemeinsamen Frühstück wohnt man einer Debatte zu Nachhaltigkeits-Themen bei. Gesponsert wird das informative Frühstück von der REWE Group.

Die erste Ausgabe des Trendfrühstücks behandelte das Thema „Ab in die Tonne! Warum sind uns Lebensmittel so wenig wert?“. Moderator in Sachen Lebensmittel-Müll und wie dieser sinnvoll reduziert werden kann, war Arno Makowsky, stellvertretender Chefredakteur des Tagesspiegels. Seine Gesprächspartner auf dem Podium waren Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Prof. Dr. Guido Ritter, Oecotrophologe am Institut für Nachhaltige Ernährung an der FH Münster und Leoni Beckmann, Mitbegründerin der Initiative Restlos Glücklich.

Bei Restlos Glücklich wird mit Lebensmitteln gekocht, die eigentlich in der Tonne landen würden – aussortiert von Supermärkten, Landwirten oder Großhändlern. Dennoch ist das Lokal keine Suppenküche, sondern vielmehr a la carte-Restaurant mit kreativer bodenständiger Küche. Die Portionen sind klein und der Nachschlag kostenlos. Ein weiterer Schritt zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Tenor der Diskussion war, dass sich in der gesamten Kette vom Produzenten über den Handel bis zum Verbraucher etwas ändern muss. Mündige Verbraucher allein reichen nicht. Helfen aber.

Nachernte-Verluste sind heute kein Thema mehr. Problematisch sind eher unflexible Reaktion auf Bedarf, Konformitäts-Anspruch seitens des Handels und mangelnde Informiertheit der Verbraucher. Wer kann schon beurteilen, ob ein Brot wirklich frisch ist? Und ob es überhaupt ein Brot ist, möchte ich hinzufügen. Irreführende Werbeslogans von L*** helfen da nicht weiter.

Um Lebensmittelresten im Privathaushalt zu Leibe zu rücken, hat die Bundesregierung die Beste-Reste-App entwickelt und zur freien Verfügung gestellt. Die scheint ganz gut zu laufen. Ich habe einen Mittagskocher. Da kommt auch nix um.

Im restlichen Deutschland bis zu 20 Millionen Tonnen pro Jahr. 60% davon in Privathaushalten. Diese Verschwendung ist Symptom für ein ungerechtes Lebensmittelsystem. Permanente Verfügbarkeit, Überangebot, Pseudo-Vielfalt, Bequemlichkeit und Fokussierung auf Optik, statt auf Qualität sind einige der Begleiterscheinungen bzw. Ursachen für Lebensmittelverschwendung.

Meine Meinung dazu:

Je weniger achtsam mit Nutztieren, Böden, Trinkwasser und den Bienen umgegangen wird, desto weniger achtsam wird mit den Produkten umgegangen.

Summa summarum ist das Trendfrühstück eine nette Gelegenheit zum Vernetzen und Plattform für seichte Kritik am Status quo. In kulinarischer Hinsicht hat mich das Frühstück jetzt nicht von den Socken gehauen, erfüllte aber seinen Zweck (aber wir Foodblogger sind wegen zahlreicher Events dahingehend auch reichlich verwöhnt). Die Location war cool. Mitten in Mitte mit Blick auf eine Säule kunstvoll arrangierten bunten Blechs im Oh Angie! in The Q-Basement.

Trendfrühstück Berliner Tagesspiegel
Foto: Kai-Uwe Heinrich, Tagesspiegel

Das Trendfrühstück wird nun regelmäßig im Abstand von ein bis zwei Monaten stattfinden. Die wechselnden Themen werden sich allesamt um Nachhaltigkeit drehen. Das Angebot bleibt auch in Zukunft kostenlos und wird unterstützt von der REWE Group. Das zweite Trendfrühstück fand heute morgen unter dem Titel Vom besseren Essen. – Woher kommt die Sehnsucht nach bio und regional? statt.
Die Anmeldung erfolgt über eine persönliche Einladung. Zusätzlich kann man sich auch über die Website anmelden.

www.trendfrühstück.de

Oh Angie!
The Q-Basement
Friedrichstr. 67–70
10117 Berlin

veröffentlicht am: 26.11.2015

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