Wir haben es satt… (Teil 1)

© Viktor Peschel (1a-photoshop.de)

Immer noch. Bereits im vergangenen Jahr gab es anlässlich der Grünen Woche eine Demonst-
ration
unter dem Motto ‚Wir haben es satt!‘ in Berlin.

Damals hatte man die Ange-
legenheit wohl unterschätzt und ca. 20.000 friedlich und fröhlich dahinziehende Demonstranten legten für eine gute Weile Auto- und Straßenbahnverkehr u.a. in der Friedrichstraße lahm. Dieser lange Marsch von der Rückseite des Hauptbahnhofes bis vor’s Brandenburger Tour war natürlich gute Publicity, da dieser Teil der Stadt (auch im Winter) von vielen Touristen und Passanten bevölkert wird.

Diesmal (vergangenen Samstag) mussten wir uns auf die Überquerung der ultra-kurzen Distanz zum Bundeskanzleramt beschränken. Ich kann aber nicht mit Sicherheit sagen, ob dies ein Politikum, oder Entscheidung der Organisatoren war…

Am Ende war es auch gut so. Denn das schon den ganzen Januar hindurch ätzende Wetter, zog am Samstag alle Register von Kälte bis Schneeregen. Trotz Nässe und Kälte kamen 23.000 Menschen aus ganz Deutschland zusammen, um mit ihrer Anwesenheit, Plakaten und lautstarken Unterstützung der Redner, die einzig vernünftige Form von Landwirtschaft zu fordern. Eine Landwirtschaft mit Respekt und Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt.

Sehr treffend wurde auf der Kundgebung gesagt, dass in Entscheiderpositionen in Agrarverbänden und Politik Menschen ohne Vision sitzen. Der Hunger in der Welt wird als Deckmäntelchen für Gewinnmaximierung und Exportzuwachs in’s Feld geführt. Dass aber z.B. die hierzulande verschmähten und nach Afrika exportierten Hühnchenteile dank Subventionierung dermaßen billig sind, dass die einheimischen Hühnerfarmer ihre Produkte nicht mehr verkauft bekommen, wird in der Hunger-Diskussion selbstverständlich verschwiegen.
Ebenso das Thema Landgrabbing, also Aufkauf riesiger Flächen Land in z.B. Äthiopien, wo Pflanzen für Biosprit oder Viehfutter in Monokultur angebaut werden und einheimischen Farmern die Möglichkeit, eigenes Land zu besitzen genommen wird. Wie sollen afrikanische Kleinbauern auch Preise für Land aufbringen können, die Konzerne aus der 1. Welt locker hinblättern?

Neben den oben genannten Themen waren auch

  • Genfood
  • Massentierhaltung, artfremde, teils genmanipulierte Futtermittel und die nicht nur für die Tiere katastrophalen Folgen (man denke nur an E.Coli, Antbiotika-Rückstände und resistente Keime)
  • die Nachfolgekosten im Gesundheitswesen, die die scheinbar so effektive und kostengünstige Landwirtschaft Lügen strafen
  • die Regulierung von Lebensmitteln und damit einhergehende massive Verschwendung (ca. 50% der Ernten werden vernichtet) und
  • Saatgut-Souveränität

auf der Tagesordnung.

Und wie auf der Demo zu Recht skandiert wurde: Solange dem Wunsch des Volkes nach Gentechnik-freier und repektabler Landwirtschaft nicht Rechnung getragen wird kommen wir wieder. Jahr für Jahr. Ich auch.

Während ich letztes Jahr noch alleine zu ‚Wir haben es satt!‘ gegangen war, waren wir diesmal schon zu acht. Bei solchen Zuwachsraten kann man uns irgendwann nicht mehr einfach ignorieren… 😉
Allen, die diese Zeilen lesen und nicht in Berlin wohnen: Fürchtet Euch nicht!

Aus vielen Regionen Deutschlands fahren Sonderbusse direkt zur Demo und auf der Website gibt es eine Börse für Mitfahrgelegenheiten. Also, sattelt die Hühner und seid 2013 auch dabei wenn es wieder heißt

Wir haben es satt!

Wer den Film ‚Food Inc. – Was wir wirklich essen‘ noch nicht in Kino oder TV gesehen hat, kann auf Youtube den gestückelten Film anschauen: Teil1

Links:
Wir haben es satt!
www.keine-gentechnik.de

Im 2. Teil (kommt morgen) mache ich mir Gedanken zu Lösungsansätzen für den Privatgebrauch. Bleibt dran!

veröffentlicht am: 25.01.2012

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