Paprika mit Käse-Frühlingszwiebel-Füllung und afghanischer Soße

Paprika mit Käse-Frühlingszwiebel-Füllung und afghanischer Soße
Paprika mit Käse-Frühlingszwiebel-Füllung
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Tina kocht gerne indisch. Der Mittagskocher und ich essen gerne indisch. Dazwischen liegen Welten.

Abgesehen von einem Lieblings-
blumenkohl-
gericht in Ghee- geschwängerter Tomatensoße, habe ich mich nie wirklich an’s indisch kochen getraut. Weniger aus Furcht, sondern aus Abschreckung durch allzu lange Listen an Zutaten und Arbeitsschritten.. Ich gehöre nämlich nicht unbedingt zu der Fraktion, die mit Begeisterung stundenlang an einer Mahlzeit schraubt.

Der Tina dagegen scheint das indisch Kochen nahezu spielend von der Hand zu gehen. Neulich hat sie ihr 100. indisches Gericht verbloggt und sich zum Jubiläum von der mit offenen Mündern staunenden Bewundererschar weitere indische Rezepte gewünscht.

Gib dem Maharaja Futter

Nachdem mir neulich Das große vegetarische indische Kochbuch, ein feines Kochbuch mit vegetarischen indischen Gerichten, angediehen war, war Tinas Einladung der Anstupser, der zum kulinarischen Mittagsglück auf indisch noch gefehlt hatte. In dem Wälzer fand sich sogar ein Rezept, dass sich mit den vorrätigen, bzw. im Umfeld erhältlichen Zutaten kochen lassen würde.

Das Gericht stammt aus Peshawar, nordwestliches Grenzgebiet Pakistans und ehemals Teil Indiens.

Das hätte ich nie vermutet und auch zu spät entdeckt, aber genau dieses Rezept hatte auch eine andere Bloggerin bereits zu Tinas Event gekocht. Ist zwar schade, aber wie im echten Leben. Da gibts ja auch immer mal wieder Geschenke doppelt…

Die afghanische Soße habe ich in doppelter Menge gekocht und bei der Paprikafüllung die Chilimenge etwas reduziert. War für uns genau der richtige Schärfegrad.
Ich habe die Soße zum Schluss, obwohl so nicht im Rezept vorgesehen, noch püriert. Zum einen mag ich stückige Soßen nicht so gern und zum anderen verteilen sich die Aromen so gleichmäßiger. Bin wohl auch durch die hiesigen Inder mit fraglich-authentischer Küche so konditioniert. 😉

Als ob das Rezept nicht schon aufwendig genug gewesen wäre, habe ich zusätzlich noch Basmatireis gekocht. Ich hatte nämlich nur 1,5 kleine Paprika pro Person mit jeweils großem Hunger.

Paprika mit Käse-Frühlingszwiebel-Füllung in afghanischer Sauce

Die indische Variante der vegetarischen gefüllten Paprika. Mit feinem Korianderaroma und knusper-Kartoffelkruste auf einer mit Fenchel und Kreuzkümmel aromatisierten Soße.
Quelle: Das große vegetarische indische Kochbuch

Zutaten (für 2 Personen):

indischer Käse (Chenna):
8 Tassen Milch
3 EL frisch gepresster Zitronensaft

Afghanische Soße:
2 Zwiebeln
4 mittelscharfe rote Chilis (ich: getrocknet)
2 große Knoblauchzehen
4 Tomaten
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Fenchelsamen
1 kl. Becher Naturjoghurt
Salz
6 EL Pflanzenöl

gefüllte Paprika:
2 große Paprikaschoten (rot oder grün) oder 3 – 4 kleine
1/2 Tasse Frühlingszwiebeln (gehackt; weiße u. grüne Teile)
1/3 Tasse Koriander (gehackt)
2 rote Chilis (ich:getrocknet)
2 EL Weizenmehl
1/2 TL Kreuzkümmel
2 EL geraspelter frischer Ingwer
4 Kartoffeln (mittelgroß)
1 EL Zitronensaft
Salz
5 – 6 EL Pflanzenöl

Basmatireis (optional)

Zubereitung:

indischer Käse (Chenna):
Chenna ist die Vorstufe des bekannten indischen Paneer-Käses. Während für Paneer der ausgeflockte Käse noch gepresst und vollständig entwässert wird, lässt sich Chenna fix aus Milch und etwas Zitronensaft herstellen. Gern auch schon am Vortag…

Die Milch zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und den Zitronensaft zur schwach köchelnden Milch rühren. Wenn die Milch gerinnt und klare grünliche Molke übersteht, Hitze ausschalten und den Topfinhalt in ein mit einem vierfach gefalteten Musselintuch (ich 2 Geschirrtücher übereinander) ausgelegtes Sieb gießen. Die Molke zur weiteren Verwendung (zum Beispiel, um daraus einen Klecks Riccota zu machen) auffangen.

Anschließend das Sieb unter fließendes Wasser halten, um den Geruch des Gerinnstoffes vom Käse abzuspülen.
Das Tuch an den 4 Enden anheben und verdrehen, so dass weiteres Wasser aus dem Käse heraus gepresst wird.
Dann noch 1 Stunde aufgehängt (ich: im Sieb zugedeckt über Nacht) trocknen bzw. abtropfen lassen.

Afghanische Soße:
Die Zwiebeln schälen und fein hacken.
Die Tomaten klein schneiden.
Den Knoblauch fein hacken.
Die Chilis hacken und Samen entfernen.
Fenchelsamen und Kreuzkümmel gemeinsam im Mörser mahlen.

In einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze die Zwiebeln in Öl anbraten. Die restlichen Zutaten zugeben und mit geschlossenem Deckel etwa 30 Minuten köcheln lassen, bis sich das Öl von der Soße absetzt.
Während des Kochens bei Bedarf einen Schluck Wasser zugeben und umrühren, damit nichts anbrennt. Ggf. pürieren und vor dem Servieren nochmals erwärmen.

gefüllte Paprika:
Kartoffeln kochen, schälen und zerdrücken.

Inzwischen die Parika waschen und halbieren (bei recht kleinen Schoten nur den Deckel großflächig abschneiden). Das Kerngehäuse entfernen.
In einer Schüssel den Käse (Chenna), Mehl, gehackten Koriander, die gehackten Frühlingszwiebeln und die Chili vermengen. Etwas Salz zugeben (steht nicht im Rezept, schmeckt aber besser).

In einer Pfanne den Großteil des Öl erhitzen und den Kreuzkümmel darin anbräunen (15 Sekunden). Ingwer zugeben und weitere 10 Sekunden braten lassen.
Die gekochten und zerdrückten Kartoffeln mit in die Pfanne geben und anbraten, bis sie gut mit Gewürzen und Öl bedeckt sind und etwas Farbe bekommen. Von der Herdplatte nehmen, Zitronensaft und Salz zugeben und etwas abkühlen lassen.

Wenn man Reis dazu essen möchte, ist jetzt eine gute Zeit diesen zu spülen und aufzusetzen.

Die Käsemasse etwa halbhoch in die Paprikahälften bzw. -rümpfe verteilen und leicht andrücken. Dann die Kartoffelmasse obendrauf geben und glatt streichen. [Den restlichen Käse auf’s Brot schmieren oder direkt naschen.]

In einer Pfanne den Rest Öl erwärmen (mittlere Hitze) und die Paprikas mit der Öffnung nach oben bei mittlerer Hitze zugedeckt etwa 10-12 Minuten dünsten, bis die Schoten gar, aber noch knackig sind. Bei offenem Deckel und höherer Wärmezufuhr Flüssigkeit verdampfen und Schote etwas bräunen (darauf habe ich verzichtet, da sie untenrum schon braun geworden waren).
Die Schoten vorsichtig wenden und unter gelegentlichem Rütteln (gegen Anbacken) die Kartoffelmasse an der Oberfläche anbraten, bis sie eine glänzende, hellbraune Kruste bekommen.

Die Paprikaschoten auf die Afghanische Soße legen. Ggf. Reis als Beilage servieren.

Unbedingt wieder, aber dann bitte mit Mittagskocher-Assistenz…

Suchen : Das grosse vegetarische indische Kochbuch. 200 Rezepte aus dem Ursprungsland der gesunden Ernährung.
 

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3 Kommentar(e)

  • Das Buch war mein allererstes indisches Kochbuch, das ich vor rund 20 Jahren in einem (immer noch existierenden) kleinen indischen Lebensmittelladen in Hamburg St. Georg gekauft habe. auch wenn der Stil heute vielleicht ein bisschen altbacken rüberkommt, die Rezepte habe ich immer sehr spannend gefunden und oft auch gut funktionierend. Mittlerweile ist es schon ganz zerfleddert. Die afghanische Sauce habe ich aber mW nie gemacht – das wird hiermit auf die Nachkochliste gesetzt!

    • Deine nachgekochten indischen Rezepte bewundere ich auch regeläßig… Ich hoffe, die Angaben für die Chilis sind aussagekräftig genug. Da gibts ja riesengroße und winzig kleine. Meine getrockneten Apache waren nur etwa Daumennagellang und nicht mehr so scharf, wie im frischen Zustand. Aber du hast ja eh das Buch…
      Viel Spaß beim Nachkochen!

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