Steckrübensuppe Asia-Style

Rezeptdetails

Steckrübe und Kartoffeln werden, mit Kokosmilch, Koriandergrün, Ingwer und Chili kombiniert, zum winterlichen Fernweh-Süppchen.

Autor: Kenwood-Team (abgewandelt)
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zum Rezept | 30.01.2026 | 0 Kommentar(e)
Steckrübensuppe mit Koriander bestreut in blauer Schale

Steckrüben finde ich im Supermarkt immer seltener. Auch nicht im kalten Winter, wenn Knollen und Wurzelgemüse Hochsaison haben. Ich frage mich woran das liegt. Wissen die Leute heutzutage nichts mehr mit Steckrübe anzufangen? Oder nehmen die voluminösen Rüben zu viel Regalplatz ein? Ich möchte jedenfalls an dieser Stelle eine Lanze für die Steckrübe brechen. Ich mag den apart würzig-süßlichen Geschmack sehr und finde, das Wintergemüse sorgt auch mit seiner die frischen gelben Farbe für gute Laune an grauen Wintertagen.

Ich hatte schon häufiger Rezepte mit Steckrübe nachgekocht oder eigene ersonnen. Als Suppe im Thai-Style kam sie mir aber das erste Mal bei einer Einladung zum Kochen mit der neuen Kenwood Chef-Küchenmaschine unter. In netter Gemeinschaft brauten wir eine köstliche Crossover-Variante der Steckrübensuppe. Das Rezept hatte ich aufgehoben und im letzten Winter nach Belieben abgewandelt. Hier nun meine Version der Steckrübensuppe mit asiatischem Touch. Tatsächlich habe ich zum Pürieren der feinen Steckrübensuppe auch den hitzebeständigen Pürier-Aufsatz meiner Küchenmaschine verwendet, allerdings ein älteres Modell ohne Bordcomputer (ähnlich wie im Werbeblock verlinkt).

Sind Steckrüben Rüben? (kleine Rübenkunde)

Steckrüben stecken voller Überraschungen unter ihrer lila-gelblichen derben Schale. Oder wusstest du, dass Steckrüben eine Unterart des Rapses (Brassica napus) sind? Botanisch gesehen sind sie demnach eine Rapsart.

Die Rüben (Beta) hingegen sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Aus der Art Rübe (Beta vulgaris) sind viele unterschiedliche Kulturpflanzen wie Zuckerrübe, Rote Bete, aber auch Mangold hervorgegangen. Sie stammen von der Wilden Rübe (Beta vulgaris subsp. maritima) ab, welche an den Küsten Westeuropas und des Mittelmeeres bis nach Westasien vorkommt.

Die auf den ersten Blick der Steckrübe ähnliche Runkelrübe (Futterrübe), die mich an eine Lieblings-Lektüre aus Kindertagen erinnert – den wohlmeinenden aber tollpatschigen Ritter Runkel, der ohne seine beiden Knappen Dig und Dag ziemlich aufgeschmissen gewesen wäre – gehört ebenfalls zu den Kulturformen der Rübe und ist mit Steckrübe nicht verwandt.

Die Mairübe (Brassica rapa subsp. rapa var. majalis), auch Mairübchen, oder Navette genannt, ist eine Gemüsepflanze mit essbarer Wurzel und eine Unterart der Speiserübe (Brassica rapa subsp. rapa). Die Speiserübe und ihre Unterarten sind also gar keine Rüben, sondern gehören zur Art Rübsen (Brassica rapa).
Das Mairübchen ist mit dem Teltower Rübchen, der Bayrischen Rübe und der Herbstrübe eng verwandt. Letztere wird im Herbst geerntet und ist ein wenig größer. Mairüben tragen ihren Namen, weil sie im zeitigen Frühjahr gesät werden und im Mai geerntet werden können.

Die Speiserüben sind und die Steckrübe gehören zur Gattung Kohl (Brassica) und sind damit zumindest entfernte Verwandte.

Die Steckrübe wird auch Kohlrübe, Kohlrabe, Butterrübe, Erdkohlrabi, Unterkohlrabi, Bodenkohlrabi, Runke, Wruke, Dotsche, Kaschubische oder Oldenburger Ananas, Schwedische Rübe, aber auch Boden- oder Butter- bzw. Schmalzrübe genannt. Im Schweizerdeutschen heißt die Steckrübe Knutsche und in Siebenbürgen Kamputze.

Steckrüben – hip oder hop?

Die Steckrüben kamen im 17. Jahrhundert via Skandinavien zu uns.

Daher auch die im Englischen bis heute übliche Bezeichnung „swede“. Ob die Steckrübe aus älteren Rapsformen gezüchtet worden ist oder auf eine unabhängige Kreuzung von Kohl mit Stoppelrüben zurückgeht, bleibt dabei bislang ungeklärt.

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Fakt ist, dass sie heute weltweit in allen gemäßigten Klimazonen angebaut und bei uns von September bis Mai geerntet wird. Nicht nur beim Aroma und der Farbe des Fruchtfleisches gibt es Unterschiede, sondern auch bei der Färbung der Außenhaut (gelblich, grün, violett). Zudem gibt es eine gewisse Formenvielfalt. Während es In den skandinavischen und den englischsprachigen Ländern sowie in Osteuropa glücklicherweise noch eine erhebliche Sortenvielfalt existiert, sind bei uns etwa 90 % der Sorten aus den 1920-1950er Jahren leider verschollen. Hierzu gehören z. B. alte Formen mit sehr ausgeprägtem Hals, wie die ‚Pommersche Kannenwrucke‘ oder als sehr aromatisch beschriebene Sorten, wie die flachrunde ‚Gelbe Apfel‘. Erst seit wenigen Jahren gewinnt die Steckrübe wieder an kulinarischer Bedeutung. Ihr Anbau ist unkompliziert und sie benötigt weder Agrarchemie noch lange Transporte aus wärmeren Regionen und ist damit ein modernes, klimaschonendes Nahrungsmittel. Die Steckrübe war 2017/18 Gemüse des Jahres.

Einige der bei uns bekannteren Steckrübensorten sind ‚Wilhelmsburger‘, ‚Hoffmanns Gelbe‘ und ‚Niko‘. ‚Wilhelmsburger‘ stammt von 1897 und ist noch heute die bei uns am weitesten verbreitete Sorte für den Privatanbau. Sie ist orangegelb im Inneren, mit grünem Kopf, recht widerstandsfähig gegen Mehltau und hat einen intensiven Geschmack. Ebenfalls eine alte gelbfruchtige Sorte ist ‚Hoffmanns Gelbe‘. ‚Niko‘ dagegen ist weißfleischig mit grünem Kragen und feinem Aroma.

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Nach Kartoffelfäule und Seeblockade im Winter 1916/17 während des Ersten Weltkriegs wurden Steckrüben zur Notnahrung lanciert. Die Steckrübe half auch, den Hungerwinter 1946/47 zu überleben. Leider hängt dieses Notzeiten-Image der Steckrübe noch immer an. Dabei kann sie so lecker sein.

Lebensmittelkarten der Stadt Erfurt für Kohlrüben

Steckrübe verwenden

In Deutschland werden traditionell die weißfleischigen Steckrübensorten als Viehfutter angebaut und nur die durch Carotinoide ‚gefärbten‘ gelbfleischigen Wurzelknollen als Gemüse verwendet.

In der Zeit, in der Lebensmittel knapp waren und die Steckrübe als Allrounder herhalten musste, wurde sie für breite Kreise der Bevölkerung wichtigstes Nahrungsmittel: Man ernährte sich von Steckrübensuppe, -auflauf, -koteletts, -pudding, -marmelade und Steckrübenbrot. 1917 erschienen eigens Steckrüben-Kochbücher. So gab es neben den genannten Steckrüben-Rezepten auch Rezepte für Sauerkraut-Ersatz aus Steckrüben und sogar Steckrüben-Kaffee. Tatsächlich sind Steckrüben vielseitig einsetzbar und ein ergiebiges Produkt für Pürees, Suppen, Puffer, Gratins, Salate und mehr. Besonders in der Low Carb-Küche wird die Steckrübe als Kalorien-arme Zutat geschätzt. Steckrüben lassen sich würfeln, pürieren, roh reiben und in feine Scheiben schneiden. Daraus ergibt sich jede Menge Potential für Essperimente.

In der norwegischen und isländischen Küche spielt die Steckrübe eine wichtige Rolle als Rübenmus und als Suppeneinlage. Zudem ist sie eine Zutat der lokalen Variante des Labskaus. Auch in der finnischen Küche ist „Lanttu“ eine beliebte Zutat. Die Steckrüben-Box (Lanttulaatikko), ein Auflauf, bei dem sich die harte Rübe im Ofen langsam zu einem süßen Brei verwandelt, ist ein traditionelles finnisches Weihnachtsessen.

Mein Herr Schatz hat gern Steckrübe und andere Wurzelgemüse mit Beinfleisch zu köstlichem Wintereintopf geköchelt. Er fehlt mir so! Also, mein Herr Schatz.

Obwohl es sie hier regelmäßig gibt, habe ich bislang nur vier Rezepte mit Steckrübe im Blog, mal sweet-and-spicy, mal wild als Steckrübe mit Fichtennadel und Hackbällchen, mal crossover als Steckrüben-Mungbohnen-Eintopf und mal in Kombination mit Kartoffel als Steckrüben-Gratin. Hier kommt Nummer Fünf. Da ist noch Luft nach oben.

Bei diesem Rezept für Steckrübensuppe hatte ich den Knoblauch am Ende ganz frisch in die Suppe gepresst. Das ergab ein intensives, leicht scharfes Knoblaucharoma. Wer es dezenter mag, kocht den Knoblauch gleich mit (siehe Rezept).

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Rezept

Steckrüben-Kokossuppe

Quelle: Kenwood
Vorbereitungszeit: 10 min
Zubereitungszeit: 40 min

Zutaten

für 4 Personen
1 Steckrübe (ca 1,5 kg)
300 g gekochte Kartoffeln (z.B. Rest vom Vortag)
6 Stängel Koriander
1 Glas Gemüsebrühe
1 Dose Kokosmilch
2 cm Ingwer
2 Knoblauchzehen
1 TL Chilipulver
1 Spritzer Limettensaft
300 ml Wasser

Zubereitung:

Die Steckrübe schälen und in grobe Würfel schneiden. Den Ingwer schälen und fein hacken. Den Knoblauch schälen und fein hacken. Einen Stängel Koriander fein hacken.

Steckrübe in einen Topf geben, die Brühe und die Kokosmilch angießen, ggf. noch etwas Wasser zugeben, so dass die Steckrübenwürfel bedeckt sind. Ingwer, 5 Korianderstängel, sowie Chiliflocken und Limettensaft hinzugeben und die Steckrübe in etwa 30 Minuten weich kochen. Gegen Ende der Kochzeit die gekochten Kartoffeln und ggf. etwas Wasser zugeben, damit die Kartoffeln durchwärmen.

Den Topfinhalt in einen Hitze-beständigen Mixaufsatz füllen und gründlich pürieren. Die Steckrübensuppe ggf. nachsalzen und mit dem Koriandergrün und etwas Chili bestreuen.

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Senf dazu geben

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