Reisreste-Bällchen mit Ingwer-Spinat

Reis kochen kann ich nur wenig besser als Soßen. Und Soßen kann ich gar nicht.

Reisrestebällchen mit Ingwer-Spinat
Reisrestebällchen mit Ingwer-Spinat
© Wildkraut & Wanderschuh
pinit

Ich versuche es dennoch immer wieder und Basmati-Reis bekomme ich mittlerweile fast so gut hin wie mein Herr Schatz und Mittagskocher. Naja und bei Risotto kann ja eh nicht allzu viel schief gehen. Aber schnöder Langkornreis … der kann. Und zwar so richtig in die Hose.

Fragt nicht, ob der Reis zu lange in der Warteschleife hing oder der Garpunkt doch um ein Mü überschritten war. Fakt ist, die untere Reishälfte im Topf war totaler Klansch. Obenrum haben wir zu Hühnerfrikassee gegessen. Aber was bitteschön, sollte aus dem unfreiwilligen Klebreis werden?

Zum Glück fielen mir bei verschiedenen Gelegenheiten im Internet gesichtete frittierte Reisbällchen ein. Sowas Ähnliches müsste doch aus meinem klebrigen Reis quasi fast von selbst entstehen?! Also los.
Anfangs hatte ich mir überlegt, die Reisbällchen mit gehackten roten Linsen zu panieren, wie dereinst diese Kroketten mit Linsen-Panade. Damals war die Linsenpanade doch etwas sehr crunchy, weshalb ich die roten Linsen diesmal nicht roh verwendete, sondern heiß überbrühte und 10 Minuten ziehen ließ. Nachher habe ich sie dann aber doch kurzentschlossen in die Reismasse verklappt. Das lange Ziehen hätte es im Endeffekt gar nicht gebraucht, denn die Reisbällchen dümpelten ein gute ganze Weile im Bratfett, bis sie sich bequemten Farbe zu bekommen. Deshalb waren die Linsen schlussendlich innerhalb der Bällchen durchgegart und ohne nennenswerten Biss. Im Rezept gebe ich aus diesem Grund eine Quell-Zeitspanne von 5 bis 10 Minuten an. So kann jeder selbst entscheiden, ob er mehr oder weniger bissige Linsen in seinen Reisbällchen möchte. Wer mag, gibt noch gerösteten Sesamsamen in die Reismasse. Etwas Schärfe könnten die Bällchen ggf. auch vertragen …

Rezept

Reisrestebällchen

Ist der Reis zu klebrig geworden, mach Reisbällchen.

Rezept:
Zubereitungszeit: 30 min

Zutaten (für 2 – 3 Personen):

knappes 1 kg Reisrest (zu weich gegart) oder Rundkornreis (gegart)
150 g rote Linsen
1 Ei (bei Bedarf)
Abrieb ½ Zitrone
½ EL Ingwerpulver
2 TL Misopaste
2 EL Sesamsamen (geröstet; optional)
1 EL Sojasoße
Salz
neutrales Speiseöl oder Sesamöl zum Braten

400 g frischer Spinat
Abrieb ½ Zitrone
Ingwerpulver
Sojasoße
Butter

Zubereitung:

Die roten Linsen mit kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten (für etwas Biss im Reisbällchen) bis 10 Minuten (Linsen sind im Bällchen strukturell kaum auszumachen) ziehen lassen. Anschließend die Linsen durch ein Sieb abgießen und abtropfen lassen.

Den gekochten Reis (ggf. Reisrest) mit der Misopaste, Sojasoße, den Linsen und – bei Bedarf – Salz mischen. Mit Zitronenabrieb und Ingwerpulver abschmecken. Ich habe die Küchenmaschine verwendet, um einen glatten Teig zu bekommen. Sollte der Reis weniger klebrig sein als meiner, muss mit einem Ei als Kleber nachgeholfen werden.

Aus der Reis-Linsenmasse mit den Händen kleine Bällchen formen. In einer großen Pfanne das Öl erhitzen und die Reiskugeln hinein geben. Die Bällchen braten, bis diese goldgelb gefärbt und außen knusprig sind.

In einer zweiten Pfanne den Spinat portionsweise mit Butter, einem Spritzer Sojasoße und einer kleinen Prise Ingwerpulver erwärmen, bis er gerade eben zusammenfällt. Den Spinat in eine Schüssel geben und mit dem Zitronenabrieb vermengen.

Überschüssige Reisbällchen lassen sich problemlos einfrieren.

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Was macht ihr mit missratenem oder übrig gebliebenem Reis?

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1 Kommentar(e)

  • Also, mal ehrlich, Reismatsch bring ich beim besten Willen nicht!
    Bei mir ist der Reis eher immer noch zuu körnig.
    Wahrscheinlich liegt Euer Matschergebnis an der Verwendung besonders vornehmer Reissorten für die gehobene Küche.
    Ich nehme ganz einfachen namenlosen Reis aus dem Supermarktregal und da klappt der Laden ohne langes Gefackel wie x-mal abspülen, dauernd rühren usw. .
    Schon deswegen kann ich Deine- zugegeben lecker klingenden- Reisbällchen nicht probieren.

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