Vom Balkon auf die Nudel: Cime de Rapa

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zum Rezept | 01.07.2015 | 2 Kommentar(e)
Bevor es in Kürze via Blogartikel in die Berge geht, gibt es heute einen Blick über den Gartenzaun.

Vorarlberger Dinkelspaghetti mit Berliner Cime de Rapa
Vorarlberger Dinkelspaghetti mit Berliner Cime de Rapa
© Wildkraut & Wanderschuh
pinterest

Unseren Balkongarten habe ich in diesem Jahr auf die begehbare Rinne zwischen den Wohnungen im Obergeschoss ausgeweitet. Zusätzlich zu dem bisherigen Grünzeug (Tomaten, Chilis, Mangold und diverse Kräuter) in Balkonkästen stehen seit dem Frühjahr drei an den Innenseiten mit Folie ausgekleidete, mit Blähton-Drainage ausgestattete und mit Tomatenerde gefüllte Obstkisten in besagter Rinne.
Aus dem teils vorgezogenen, teils direkt ausgesätem Saatgut entwickeln sich nach und nach diverse Dicke Bohnen, die die ebenfalls ausgesäten Schlangenbohnen überwuchern. Daneben ein Palmkohl, mehrere Kürbispflänzchen, der umgetopfte Mangold und 5 Karden. In Kiste Nummer 3 hatte ich Stängelkohl (Cime de Rapa) und Rübstiel ausgesät.

Balkongarten - Gemüseanbau in Obstkisten
Balkongarten – Gemüseanbau in Obstkisten

Weitere Neuzugänge waren Mönchsbart (siehe Foto oben im gelben Kasten links vorne) und Hirschhornwegerich (nicht so bitter, wie die wilden Verwandten).

Hirschhornwegerich
Hirschhornwegerich

Gestern habe ich den duftenden und teilweise schon blühenden Stängelkohl geerntet – höchste Zeit also, denn normalerweise isst man Cime de Rapa mit geschlossenen Blüten, die ähnlich wie Brokkoli zuzubereiten sein sollen. Den Stängelkohl habe ich mit Zucchinistreifen und Mandeln in die Pfanne gehauen. Da es ein klassisches italienisches Rezept für Orchiette mit Cime de Rapa zu geben scheint – nach dem was Google so ausspuckt, wenn man Cime de Rapa in die Suchmaske eingibt, sollte der Stängelkohl auch für uns von Nudeln begleitet werden. Der Rest war Marke Eigenbau …

Die Idee mit den Mandeln kam mir erst spät. Deshalb hatte ich sie nicht vorab geröstet. Würde ich aber beim nächsten Mal machen.
Die Blätter des Stängelkohls fallen bei Hitze gnadenlos in sich zusammen. Deshalb ist es ratsam eher mehr als zuwenig davon zu verwenden. Die dünnen Stängelchen müsste man wohl etwas länger garen. Die waren bei diesem 1. Versuch zu fest und teilweise zäh.
Insgesamt war das Ergebnis stimmig, aber ein bissl zu trocken. Mit Hilfe von etwas Ziegenfrischkäse ließe sich ggf. aus dem Sherry-Sud ein dezentes Sößchen kreieren. Die Optimierungs-Vorschläge lasse ich direkt ins Rezept einfließen.

Rezept

Dinkelspaghetti mit Cime de Rapa (Stängelkohl)

Pasta mit Cime de Rapa ist ein italienischer Klassiker. Dieser wird mit Vorarlberger Dinkelnudeln und Berliner Balkon-Stängelkohl frei interpretiert. Zucchini, Sherry und Mandeln spielen auch eine Rolle.

Rezept:
Zubereitungszeit: 15 min

Zutaten (für 2 Personen):

3 EL Mandelblättchen
½ Zwiebel
1 Knoblauchzehe
300 g Dinkelspaghetti (oder reguläre mit Weizen)
1 kleine Zucchini (ca. 180 g)
ca. 300 g junger Stängelkohl = Cime de Rapa (2 Hände voll)
2 EL Butter
20 ml Sherry (optional mehr für Sößchen)
Salz
schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
1 EL Ziegenfrischkäse (optional)
Gemüsebrühe (optional)

Zubereitung:

Die Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett ein wenig anrösten und beiseite stellen.
Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken.
Die Zucchini schälen. Anschließend mit einem Schäler rundherum das feste Fruchtfleisch längs als Streifen abschälen und aufbewahren. Den inneren Teil der Zucchini mit den Kernen ggf. anderweitig verwenden.
Vom Stängelkohl die Stängel abschneiden und in 2 cm lange Stücke stückeln. Die Blätter in breite Streifen schneiden. Falls offene Blüten vorhanden sind, diese für Dekoration aufheben.

Das Wasser für die Nudeln aufsetzen und diese nach Packungsanweisung garen.
Inzwischen in der Pfanne die Butter erwärmen und die Zwiebeln, sowie den Knoblauch anrösten.
Die Zucchinistreifen und die Stängel des Cime de Rapa dazu geben und einige Minuten mit braten.
Mit Sherry ablöschen und diesen einkochen lassen. Dabei die Blätter des Stängelkohls mit in die Pfanne geben und zusammen fallen lassen. Die Mandeln unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Das Gemüse aus der Pfanne nehmen und ggf. aus etwas zusätzlichem Sherry, Brühe und Ziegenfrischkäse ein Sößchen anrühren.
Beim Anrichten mit den (essbaren) Blüten des Stängelkohls garnieren, falls vorhanden.

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ein Hauch von Italien auf Balkon und Teller …

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2 Kommentar(e)

  • Ach, Balkonienfotos! Ich liebe sie!
    Hirschhornwegericht habe ich auch. Weißt du zufällig, wann da die perfekte Erntezeit ist? Ich hab das Gefühl, ich ernte den zu früh.

    Und den Mönchsbart bin ich dir neidig. Ich werde mit Argusaugen deine Balkonienfotos verfolgen, wie sich der entwickelt.

  • Schön, wenn du als geübte Balkongärtnerin ein Auge auf meinen Balkongarten hast. 🙂

    Ich denke, dass man Hirschhornwegerich durchaus jetzt (wenn er blüht) ernten kann. Oder Teile, die ggf. nachwachsen. Spitzwegerich erntet man ja auch idealerweise im Frühjahr, bevor die Blätter zäh (und bitter) werden.
    Was den Mönchsbart angeht, besteht kein Grund für Neid. 😉 . Der wächst in der Tomatenerde sehr langsam und ist zudem durch den sich unterirdisch ausbreitenden Chin. Koreander in Bedrängnis. Das muss ich nächstes Jahr optimieren …

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