PflückStück 6: Pastinak

Pastinaken (der Pastinak oder die Pastinake) zählen zu den neu belebten alten Kulturpflanzen. Sie wurde 2011/2012 durch den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum „Gemüse des Jahres“ in Deutschland gewählt. Mittlerweile sind die Wurzeln der Pastinaca sativa L. ab Herbst nicht nur auf Wochenmärten sondern auch in halbwegs gut sortierten Supermärkten zu finden. Dass es ein wildes Pendant draußen auf der Wiese gibt (Wiesen-Pastinak), habe ich aber erst bei der Lektüre meines ständigen Begleiters Essbare Wildpflanzen erfahren.

Pastinak-Samenstände
Pastinak-Samenstände
©Wildkraut & Wanderschuh

Beim letzten Fahrradausflug entdeckte ich dann am Wegesrand einige der leuchtend gelben Doldenblütler, verglich gründlich sämtliche Merkmale mit dem Buch und nahm einige der duftenden Blätter und Samenstände für kulinarische Experimente mit nach Hause, Die Wurzeln des Pastinaks eigenen sich bekanntermaßen ebenfalls für den Verzehr. Da ich den Bestand aus nur einer Hand voll Pflanzen nicht gefährden wollte (die auch noch nicht ihre Samen verstreut hatten), habe ich nur oberirdische Pflanzenteile gesammelt.

Der auch Hammelmöhre, Hirschmöhre, Moorwurzel oder Welsche Petersilie genannte Wiesen-Pastinak gedeiht auf Wiesen, an Wegrändern, Böschungen, Feldrainen, im Eisenbahngelände, in Steinbrüchen oder im Getreide und auf lehmigen Böden.

Zitatquellen und weitere Infos:
Wikipedia

Verwendung von Pastinak:

Der auch von Haarwild und Schafen begehrte Pastinak ist schon seit langem Bestandteil der menschlichen Ernährung. Im Römischen Reich gehörte er zu den beliebtesten Wurzelgemüsen. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war der Pastinak auch in Deutschland und in Österreich wegen seiner geringen Krankheitsanfälligkeit eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, wurde aber von Kartoffeln und Karotten weitgehend verdrängt. In Großbritannien, Irland, den USA, Frankreich, den Niederlanden, Skandinavien, Ungarn dagegen ist er bis heute als Gemüse und Würzpflanze beliebt.

Die nahrhaften (und gesunden) Wurzeln werden roh in Salat oder gedünstet bzw. als Ofengemüse als Beilage gegessen. Sie lässt sich aber auch gut zu Suppen oder zu Chips verarbeiten.

Die leuchtend grünen würzigen Früchte (Samen) mit markantem Aroma können geröstet oder pur gemörstert als Gewürz verwendet werden. Denkbar ist es beispielsweise zum Beizen von Fisch oder ähnlich wie Dill-Dolden zum Einlegen von Gemüse. Auch Pastinaksalz oder Aroma für Spirituosen sind denkbar. Wir haben getrockneten und fein gemörserten Pastinak-Samen an Paprika-Kartoffelpü gegeben. Spannend und schmackhaft.

Die ebenfalls würzigen Pastinak-Blätter kann man zwar gedünstet essen – zum Beispiel als Gemüsefüllung, in Aufläufen, Suppen oder als Beilage – (Letzteres haben wir probiert), sollten aber wegen des intensiven Geschmacks mit anderem Gemüse/anderen Zutaten gemischt werden. Außerdem ist ratsam, die Blätter sehr klein zu schneiden, da sie kein angenehmes Mundgefühl haben (recht rauh). Von April bis Juli können junge Triebspitzen, Blätter und weiche Stiele auch in Salat Verwendung finden. Aus der Wurzel lassen
sich leckere Gemüsechips herstellen.

Pastinak erkennen:

Pastinak ist ein Doldenblütler mit bis zu einem Meter Größe und leuchtend gelben winzigen Blüten an großen Dolden.

essbare Wildpflanze: Pastinak
Pastinak

Die Dolden sind 7 bis 20 strahlig zusammengesetzt und bilden eine sattgelbe luftige Krone mit einem Durchmesser von 10+ cm. Blüten, Blätter und Früchte duften süßlich.

Pastinak-Blüten und Fruchtstände
Pastinak-Blüten und Fruchtstände
© Wildkraut & Wanderschuh

Der Stängel ist kantig gefurcht und leicht behaart.
An den Blattstängeln sitzen bis zu 7 gegenständigen Blattpaare und ein einzelnes Blatt bildet die Spitze.

Blatt des Pastinaks
Blatt des Pastinaks
© Wildkraut & Wanderschuh

Die 5 bis 7 mm großen Früchte des Pastinaks sind hellgrün, flach und oval.

Blüten und Früchte des Pastinaks
Blüten und Früchte des Pastinaks
© Wildkraut & Wanderschuh

Pastinak ernten:

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Für die Früchte kann man im August und September einige Dolden pro Pflanze abschneiden (nie alle). Für Gemüse oder Salat sammelt man im Frühling und Sommer einen Teil der Blüten und jungen Blätter ab und vom Herbst (des ersten Jahres) bis Frühjahr (des zweiten Jahres) erntet man die Wurzeln. Der Geschmack der bei der Wildform dünnen und harten Wurzeln ist süßlich, während die Blätter Petersilien-ähnlich schmecken. Nach der ersten Frosteinwirkung sind sie weicher.

Rezepte mit Pastinak: (Sammlung wird laufend erweitert)

Kartoffel-Pü mit Pastinakensamen und Gurken-Minzsalat
(mit gekaufter Pastinake) würzige Pastinaken aus dem Ofen

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veröffentlicht am: 21.08.2015

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1 Kommentar(e)

  • Schaum ist out, ich weiß. Aber mit Trends habe ich’s nicht so. Weder mit aktuellen noch verflossenen. Darum kam die Suppe mit geschäumtem Häubchen auf den Tisch. Pastinakensuppe ohne Blutorangenschaum sieht einfach mal weniger sexy aus. Mit nach wenigen S

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