Kornelkirschen-Püree bzw. Saft

Kornelkirschen-Püree
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Als ich kürzlich zum Frische- Luft- Schnappen das Haus verließ, ahnte ich nicht, dass dieser Ausflug nicht nur Sauer-
stoff, sondern auch Stoff für kulinar. Horizont-
erweiterung bereit hielt.

Beim Passieren eines mit mir unbekannten Früchten behangenen Busches samt pflückendem Omchen, wurde ich neugierig. Ich fragte die Frau, ob man die Früchte essen könne und wie diese heißen. Die ältere Frau freute sich über das Interesse, konnte mir den Namen der Früchtchen aber nur auf türkisch nennen. Sie sagte, dass man die Früchte getrost essen könne und dass sie sauer seien. Mir wurde auch prompt eine Probierfrucht gereicht. Nette Begegnung und kulinarisches Neuland in Einem…

Auf meine Frage, was man mit dieser Frucht alles machen kann, erfuhr ich das man sie entweder pur isst oder Saft macht, einkocht, die üblichen Verdächtigen halt.

Noch am selben Tag bin ich mit Schüssel zum Tatort zurückgekehrt und habe die dunklen Früchte eingesammelt.
Als ich meine dunklrot bis violett gefärbte Beute beäugte, fielen mir die Dirndl aus dem Buch ‚So schmecken Wildpflanzen‘ ein. Kurzes Nachschlagen bestätigte meine Intuition. Ich hatte 1 kg Dirndl, bzw. Kornelkirschen gepflückt. Jetzt gingen bei mir die Warnlampen an, hatte man mir als Kind doch eingetrichtert, dass Kornekirschen gefährlich seien. Zur Sicherheit also auch noch ein Blick in’s Internet, welcher letzte Zweifel ausräumte…

Kornelkirschen (Dirndl)
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Ja und dann kam, was kommen musste. Ich habe das im Buch ‚So schmecken Wildpflanzen‘ vorgeschlagene Rezept für Kornelkirschen-Püree (auf österreichisch Dirndl-Püree) in Angriff genommen. Das resultiernde Mus kann zum Würzen herzhafter Speisen, ähnlich wie Preiselbeergelee, eingesetzt werden. Passt also gut zu Wild oder Rind. Genausogut schmeckt es aber auch als marmeladiger Brotaufstrich, wie mein Herr Schatz und Mittagskocher alsbald feststellte.

Ich hatte keinen Obstler oder Korn vorrätig, dafür aber herb schokoladigen Klaren namens Mozart Dry, eine Entdeckung vom letzten Bar Convent. Der Schnaps hat einen markanten Duft und Geschmack von Bitterschokolade, aber keinerlei Süße. Da Schokoladenaroma m.E.n. sehr gut zu säuerlichen Früchten, als auch zum Thymian passt, war dies eine gute Wahl…

Zutaten: (empfehle die doppelte Menge, wie im Originalrezept)

1 kg Kornelkirschen, gewaschen
250g Zucker
2-3 Zweige Thymian
ca. 50 ml Wasser
ca. 50 ml Mozart Dry (oder Korn bzw. Obstler)

Zubereitung:

Die Kornelkirschen in einem großen Topf zusammen mit dem Wasser, Schnaps und Thymianzweig ca. 45 Minuten sanft köcheln (teils ohne Deckel). Ich hatte einen Deckel drauf, was vorzeitiges Trockenlaufen verhinderte, aber das Einkochen ebenfalls. Ich habe dann ohne Deckel weiter gekocht, bis die Flüssigkeit sirupartig einkochte.
Die Thymianzweige entfernen und die Früchte samt Restflüssigkeit durch die Flotte Lotte jagen oder mit einem Holzlöffel durch ein feines Metallsieb drücken. Die Masse in mit kochendem wasser vorgespülte Weckgläser geben, einen kleinen Schwaps Schnaps obenauf und Deckel drauf.
Meine Ausbeute war recht gering. 1,5 Gläser. Das Püree soll dann etwa 4 Wochen reifen und bis zu einem Jahr haltbar sein. (dunkel und kühl gelagert; z.B. Keller)

Das halbe Glas habe ich bereits verloren. An meinen Herrn Schatz, dessen Begierde nach Topf auslecken geweckt war. Er isst das Mus wie Marmelade auf Toast und leppert nach Mehr…

Ich habe nach dem selben Rezept in einer 2. Fuhre Saft gemacht. Dafür mit Deckel kochen, Saft abgießen, noch 2 mal mit Wasser nachkochen. Ergibt einen knappen Liter und schmeckt köstlich…

HINWEIS: In Deutschland stehen Kornelkirschen unter Naturschutz. Gepflückt werden sollte deshalb nur bei angepflanzten Bäumen/Sträuchern, nicht an wilden Pflanzen.

 

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