Sellerie-Ziegenkäse-Soufflé

Ab und an habe ich die Ehre, kulinarische Texte für Firmenblogs schreiben zu dürfen. So wie diesen zum Thema urban gardening für den ENTEGA-Blog. Der letzte Text-Auftrag drehte sich um Wintergemüse, insbesondere Knollensellerie und was man damit anstellen kann.

Sellerie-Ziegenkäse-Soufflé
Sellerie-Ziegenkäse-Soufflé
© Wildkraut & Wanderschuh
pinterest

Der Knollensellerie-Text ist leider noch nicht online, aber was ich mit meiner höchstselbt zu diesem Zwecke angeeigneten Knolle veranstaltet habe, verrate ich schon mal.

Knollensellerie – so sexy wie ihr Name?

Eigentlich hätte Knollensellerie einen viel besseren Ruf verdient als sie inne hat. Leider lassen wir uns auch beim Gemüse gern von Äußerlichkeiten beeinflussen. Ist diese dröge, kommen oft auch die Rezepte oft langweilig daher. Doch Knollensellerie kann viel mehr als Eintöpfe würzen und in Waldorfsalat ihren Namen tanzen. (Entschuldigt das Wortspiel!)

Knollensellerie verleiht beispielsweise Kartoffel-(Möhren) Püree Pfiff oder kann als Füllung für alles Mögliche herhalten. Ich hatte vergangenen Herbst Canneloni mit Sellerie-Esskastanien-Füllung gemacht und Peter schlägt Sellerie in Teigtaschen ein. Auch geraspelt passt Knollensellerie nicht nur in Salate sondern auch in Rösti, Klöße und mehr. Last but not least kann man sie vorgegart und in Scheiben geschnitten nach Lust und Laune panieren und in der Pfanne braten.

Das ist doch schon mal was. Insofern musste ich meine grauen Zellen anstrengen, um mir Neues für die olle Knolle auszudenken. Einen Teil habe ich mit geröstetem Buchweizen zu Bratlingen verarbeitet. Die waren dann doch etwas speziell im Geschmack. 🙂

Sellerie-Buchweizen-Bratlinge
Sellerie-Buchweizen-Bratlinge
© Wildkraut & Wanderschuh

Soufflé mit Knollensellerie

Für die 2. Hälfte meiner Experimentier-Knollensellerie schwebte mir etwas edleres – in totalem Kontrast zur rustikalen Erscheinung – vor. Wäre es gar möglich diese in einem Soufflé unterzubringen? Gefragt – ausprobiert. Ich habe mit meiner halben Knolle ein herzhaftes Souffle angerührt, was im Ofen brav aufging und sich ohne zu zicken stürzen ließ. Für die Grundmasse hatte ich die Knollensellerie im Backofen statt im Topf gegart, um den Feuchtigkeitsanteil gering zu halten.
Da ich nicht wusste, wie sehr sich das Sellerie-Soufflé aufplustern würde (und ob überhaupt), hatte ich im Förmchen nach oben Luft gelassen. Ist aber nicht nötig, wenn man das Soufflé am Ende ein wenig überstehen haben mag.
Als geschmackliche Untermalung und als Stabilisator hatte ich der Sellerie-Ei-Masse Ziegenfrischkäse untergejubelt und das Ganze mit gerösteten schwarzen Senfsamen gewürzt. Natürlich bieten sich auch Kräuter als Begleiter an, nur wollte ich in diesem 1. Versuch den Selleriegeschmack möglichst pur erhalten.

Nach diesem ermutigenden ersten herzhaften Soufflé mit Knollensellerie phantasiere ich bereits auch von einer süßen Variante. Falls ich mich dazu durchringe (wir haben es ja nicht so mit Desserts) und es schmeckt, werde ich berichten …

Rezept

Sellerie-Ziegenkäse-Soufflé

Ein lockeres Soufflé aus Sellerie-Püree und Ziegenfrischkäse. Schmeckt warm und kalt zum Picknick.

Rezept: Peggy Schatz
Zubereitungszeit:1,5 h

Zutaten (für 3 – 4 Personen):

500 g Knollensellerie
neutrales Speiseöl
100 g Ziegenfrischkäse
Salz
schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Saft einer ½ Zitrone
½ TL schwarzer Senfsamen
3 Eier
1 Schluck Mineralwasser

Zubereitung:

Die Sellerie schälen und in große Würfel schneiden. Die Selleriewürfel in eine Reine geben, mit etwas neutralem Speiseöl begießen und durchmischen, damit alle Oberflächen benetzt werden.
Bei geschlossenem Deckel 30 min bei 230°C garen und in 15 weiteren Minuten ohne Deckel die Sellerie leicht anrösten. Ein- zweimal umrühren kann nicht schaden.

Inzwischen in einer Pfanne ohne Öl den schwarzen Senfsamen rösten. Am besten mit Deckel, da der Senf gern durch die Gegend springt. Beim Rösten verliert der schwarze Senf seine Bitterkeit und wird eher nussig im Geschmack.

Den Backofen auf 200°C runter regeln.
Die Sellerie in eine große Schüssel geben und mit dem Kartoffelstampfer zu Brei zerdrücken.
Den Ziegenfrischkäse zum Sellerie-Püree geben, salzen und pfeffern (nicht zu zaghaft, da kommen ja auch noch Eier dran) und mit dem Zitronensaft gründlich zu einer glatten Masse mischen.
Die Förmchen Buttern und rundherum mit Grieß ausstreuen (3 oder 4 Förmchen je nach Volumen).

Die Eier aufschlagen und trennen. Die Eigelb und den gerösteten schwarzen Senf unter die Selleriemasse rühren.
Die Eiweiß zusammen mit einem kleinen Schluck Mineralwasser und einer Prise Salz sehr steif schlagen. (Mineralwasser und Salz sollen der Stabilität und Luftigkeit zu gute kommen).

Das Eiweiß vorsichtig unter die Selleriemasse heben und alles auf die vorbereiteten Förmchen aufteilen.
Die Soufflés 35 bis 40 Minuten bei 200°C backen, bis sie deutlich an Volumen zugelegt haben und etwas Farbe bekommen.
Achtung, auf gar keinen Fall zwischendrin die Herdtür öffnen!

Da Soufflés dazu tendieren, schnell zusammen zu sacken, zügig servieren. Ob im Förmchen oder gestürzt, bleibt euch überlassen.
Gutes Gelingen und guten Appetit!

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die Spielarten von Knollensellerie-Soufflé werden weiter erforscht werden müssen …

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1 Kommentar(e)

  • Der Ziegenkäse würde mich ja reizen, aber Eischnee schlagen und solche „anstrengenden“ Tätigkeiten, sind leider nicht so mein Ding.
    Aber – die Näppln sehn spitze aus! Da muß ja das, was drin ist, einfach gutschmecken.

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